Wolfgang Amadeus Mozarts Wunderkindreise

Das Fakstheater Augsburg gastierte auf Einladung von Heidi Knoblich mit modernen Tönen an der Gerhard-Jung-Schule Zell.

Fakstheater - Foto: Heidi Knoblich Fakstheater - Foto: Heidi Knoblich

Wenn das Wunderkind Wolfgang Amadeus Mozart heute lebte, wäre es dann ein Rapper oder Rocker oder Techno-Fan? Für das Fakstheater Augsburg gibt es eine klare Antwort: „Mozart wär‘ ein großartiger Jazzer!“

Zu Ehren von Leopold Mozarts 300. Geburtstag hat das Fakstheater Augsburg in dessen Geburtsort das Jazzkonzert „Wunderkindreise“ produziert. Die Zeller Schriftstellerin Heidi Knoblich konnte es mit der finanziellen Unterstützung der Stiftung Landesbank Baden-Württemberg, der Stadt Zell und dem Hotel „Löwen“ für eine Aufführung an der Gerhard-Jung-Schule gewinnen. 

Heidi Knoblich bringt seit vielen Jahren das Leben der in Zell geborenen Constanze Mozart in vielerlei Formen auf die Bühne und hat den Roman „Constanze Mozart geb. Weber“ veröffentlicht: „Mir liegt es am Herzen, den Zeller Kindern aufzuzeigen, dass in dem Ort, in dem sie leben und zur Schule gehen, die Ehefrau des Musikgenies W. A. Mozart und deren Schwestern Josepha und Aloysia, die berühmtesten Mozart-Interpretinnen ihrer Zeit, wie auch Sophie, geboren wurden.“ Um in den Zeller Schülerinnen und Schülern dieses Bewusstsein zu wecken, brachte sie ihnen nun mit der „Wunderkindreise“ zunächst das Kind Mozart und seine Musik näher. 

Vater Leopold ist ein ehrgeiziger Musikpädagoge und bildet zunächst Tochter Nannerl zur Pianistin aus. Schon bald entdeckt er, dass die die Tintenkleckse, die sein vierjähriger Sohn Wolferl auf das Notenpapier klatscht, Noten sind, eine richtige Komposition. Und die Kunststücke, die er an Geige und Klavier vollbringt, versetzen die versiertesten Musiker in ungläubiges Erstaunen. Leopold Mozart sieht es als seine Lebensaufgabe, der ganzen Welt dieses Wunder vorzuführen. Als die gesamte Familie Mozart am 9. Juni 1763 zur großen Reise aufbricht, ist Wolfgang gerade sieben Jahre alt. Diese Reise wird dreieinhalb Jahre dauern, fast so lange wie vier Klassen Grundschule. In dieser Zeit fahren sie kreuz und quer durch Europa. Sie treten vor Königen und Fürsten auf und feiern in den großen Weltstädten Paris, London und Amsterdam Triumphe. Die lange Fahrzeit mit der eigenen Kutsche nutzt Vater Leopold, um seine Kinder zu unterrichten. W. A. Mozart besucht nie eine Schule. Dennoch kann er sich in vielen Sprachen – Französisch, der Opernsprache Italienisch und auch Englisch – verständigen.

Schauspielerin Karla Andrä nimmt die Schülerinnen und Schüler mit auf eine musikalische Reise zu den Schauplätzen. Das Ensemble erzählt von harten Kutschbänken und muffigen Gasthäusern, von umjubelten Konzerten und unsterblicher Musik. Immer wieder werden Motive Mozarts aus dem Jazzen hervorblitzen. Das Jazztrio wird spontan auf Mozarts Lieder improvisieren, die ihnen die kleinen Zuschauer vorsingen. Lieder wie „Komm lieber Mai und mache die Bäume wieder grün“ und „In meinem kleinen Apfel, da sieht es niedlich aus“. Letztere Melodie entstammt Mozarts Oper „Die Zauberflöte“, in der Constanzes Schwester Josepha die erste „Königin der Nacht“ sang. 

Gerhard Bund, der Chorleiter der Gerhard-Jung-Schule, übte die Lieder mit den Schülerinnen und Schülern für diese Vorführung ein. Heidi Knoblich hat sie im Vorfeld auf das spannende Leben der beiden Wunderkinder eingestimmt. Bürgermeister Peter Palme ist Schirmherr dieser Aufführung: „Die Stadt Zell unterstützt dieses innerschulische Projekt gerne als Veranstalter. Dies ist ein weiterer Schritt, Constanze Mozart in Zell zukünftig noch mehr zu verankern.“

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