Nach Zell wegen Constanze: Japanischer Musikwissenschaftler besucht Constanze Mozarts Geburtsort

Der an der Universität Yokohama beschäftigte Germanist & Musikwissenschaftler Masayasu Komiya besuchte dieser Tage Zell, um Informationen über Constanze Mozart und die Familie Weber einzuholen.

Der Autor, der  u.a. Bücher zur Musikgeschichte, über Schloss Schönbrunn und die Habsburger verfasst hat, recherchiert für seine nächste Arbeit, ein Buch über Mozarts Ehefrau, die von der Musikrezeption bis vor kurzem noch voller Vorurteile als des Musikgenies nicht würdig bezeichnet wurde. Seit sich jedoch  in den letzten Jahren das Bild von Mozarts in Zell geborener, musikalisch ausgebildeter, Ehefrau gewandelt hat, ist die Musikwissenschaft nun auch in Japan ihrer Persönlichkeit und ihren Verdiensten auf der Spur.

Peter Bauer, Heidi Knoblich & Masayasu Komiya © Design G. Decker Peter Bauer, Heidi Knoblich & Masayasu Komiya © Design G. Decker

Zu seiner Arbeit über Constanze Mozart angeregt wurde Komiya durch den Verleger seines Buches über den österreichischen Musikschriftsteller Ludwig Alois Friedrich Ritter von Köchel, den Autor des Köchel-Verzeichnisses , in dem  W.A. Mozarts Tonwerke aufgelistet sind. Der Bedeutung von Constanze Mozart bewusst, riet er Komiya, sie in seinem neuesten Buch ins rechte Licht zu stellen. Mozart selber hatte nämlich, Constanzes  Rat befolgend, am 9. Februar 1784 ein Werksverzeichnis angelegt, in das er bis zu seinem Tod am 5. Dezember 1791 das Thema jedes neuen Stückes und den jeweiligen Tag dessen Vollendung eintrug. Ein Urheberrecht existierte noch nicht, und Mozart verschenkte viele seiner Kompositionen.  Manche  von ihnen verschwanden auch bei den Notenkopisten und wurden dann als Werke anderer Komponisten ausgegeben. 

Heidi Knoblich führte den Wissenschaftler Komiya, der ihren Roman „Constanze Mozart geb. Weber“ schon vor seiner Forschungsreise in Yokohama gelesen hatte, auf den Spuren von Constanze Mozart und deren Vorfahren durch Zell und erzählte ihm, wie Fridolin Weber von Zell an das Mannheimer Hoftheater des Kurfürsten Carl Theodor gelangte und Mozart dort zum ersten Mal begegnete. Peter Bauer, Vorsitzender des Zeller Bergland Tourismus e.V., überreichte dem japanischen Forscher die in ein Buch gebundenen Impressionen von der von Heidi Knoblich organisierten und inszenierten Feier zu Constanze Mozarts 250. Geburtstag am 5. Januar 2012. Komiya zeigte sich sehr berührt von der Liebe, mit der in Zell auf die Bedeutung der Amtmann- und Musikerfamilie Weber und deren Töchter hingewiesen wird, die Mozart und seine Werke so sehr prägten. „Hier bei Ihnen in Zell hat eine wirkliche Weltgeschichte ihren Anfang genommen“, stellte er beeindruckt fest.  In seinem Buch über Constanze Mozart wird Komiya auch ihren Geburtsort Zell vorstellen. 

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